Jan 10 2011

Indien

Abfahrt 9.30 Uhr Kolhapur KM-Stand 16.083
Ankunft 19.30 Uhr Agonda Beach KM-Stand 16.402

Heute morgen mussten wir wieder auf Lucys Hilfe Bauen. Abschleppseil angehängt, einige Meter bergauf gezogen & schon schnurrte Esperanza´s Motor wieder. Wir fuhren etwa 2 Stunden auf dem Highway entlang, bogen ab und wühlten uns in einer Stadt Richtung Westen zur Küste hin.
Kurz vorm Ende der Stadt verloren wir im Getümmel Lucy im Rückspiegel. Also beschlossen wir einige Kilometer weiter an einer Tankstelle vollzutanken und dort auf Lucy zu warten. Kaum standen wir an der Zapfsäule, da schoss Lucy an der Straße vorbei, ohne uns zu sehen. Also konnte das Rennen beginnen. Markus düste der „Phantom-Esperanza“ hinterher, unwissend, dass wir doch hinter ihm waren. Wir versuchten unsererseits wieder Lucy einzuholen. Doch leider ohne Erfolg – weit und breit keine Spur vom VW-Bus. Die Straßen wurden enger und der Verkehr nahm langsam ab. Wir fuhren durch eine Dschungellandschaft, der Strassenzustand war grausig. Teilweise zogen sich die Schlaglöcher über die gesamte Fahrbahnbreite. Ab und zu überholte uns einer der indischen Überlandbusse. Vor denen heisst es grossen Abstand halten und dann nix wie hinterher. Die kennen die Schlaglöcher, wissen wo man am besten drüberfährt – mit dem Unterschied daß wir davor bremsten und die Busse im Affenzahn darüberbretterten. Plötzlich veränderte sich die Landschaft schlagartig: Verschlungene Täler, überwuchert von hunderten Quadratkilometern Urwald. Wir schlängelten uns Bergauf und Bergab. Und da plötzlich Stand Lucy in einer Kurve und wartete auf uns 🙂
Nach etwa 10 Minuten gemeinsamer Fahrt stand es am Straßenrand. Beide Busse vollzogen eine Vollbremsung, Rückwärtsgang eingelegt und 30 Meter zurückgesetzt: WELCOME TO GOA.
Wir waren am Ziel. Zumindest fast, nach Agonda sollten es noch einmal gut 80 km sein. Um den genialen Ausblick zu genießen stoppten wir wenig später am Straßenrand. Die Affen dort verschwanden raschelnd in den Bäumen. Erst nachdem Seraina mit einer Banane bewaffnet aus dem Bus lief, kam einer von ihnen direkt auf uns zugerannt; Banane geschnappt und in aller Ruhe geschält und gegessen.
Als wir die Berge hinter uns gelassen hatten und beinahe auf Meereshöhe waren, sahen wir eine kilometerlange LWK-Schlange vor uns. Wir versuchten die indische Variante und überholten diese etwa 3 km lang. Doch dann ging nichts mehr. LKWs, die wie wir rechts vorbeifahren wollten, verstopften mit dem Gegenverkehr die komplette Straße.
Also parkten auch wir am rechten Straßenrand, jedoch ohne den Motor abzustellen. Anschieben war unter diesen Umständen unmöglich. Das Kühlwasser hatte die 100 Grad Marke überschritten und die Tankanzeige war tief im roten Bereich. Nach ca. 30 endlosen Minuten kam wieder Bewegung in die Sache. Plötzlich sprangen alle LKW-Motoren in unserem Umkreis an und wir zwängten uns mit Handzeichen und Hupe wieder auf die linke Fahrbahnseite. Wir konnten nach einer weiteren Stunde den Stau auf einer Seitenstraße verlassen und landeten nach einigen Kilometern in Ponda, wo wir zum Glück relativ schnell eine Tankstelle fanden. Mit gut gefülltem Tank, steuerten wir auf die NH 17 zu, die uns direkt nach Agonda führen sollte. Kurz vor Sonnenuntergang stand an einer Abzweigung ein kleines Schild mit der Aufschrift Agonda. Wir zwängten uns auf einer kleinen Piste durch den Dschungel bis wir schließlich den Ort erreichten. Wie in indischen Ortschaften üblich, schaute ich instinktiv mehr nach oben wie auf die Straße. Hier kann es schonmal vorkommen, dass Stromkabel nur in 2 Meter Höhe über die Straße führten. Wir fragten uns durch: „Where are all the campers?“ Wir wurden einige Male durch den Ort hin und hergeschickt, bis wir schließlich auf einer kleinen Sandpiste die Zufahrt zu dem Platz fanden. Versteckter hätte es kaum sein können.
Hier reihte sich jede erdenkliche Art von Autos aneinander. Insgesamt über 20 an der Zahl. Esperanza bekam einen Platz direkt am Strand und darf sich dort nach fast 3 Monaten fahrt und über 16.000 km in den Knochen endlich unter Palmen ausruhen.
Wir sprangen im Anschluss direkt ins Meer – keine 30 Meter vom Stellplatz entfernt. Im Dunklen plantschen und schwammen wir im warmen „Arabic Ocean“.
Als wir uns wieder umgezogen hatten, kam der erste Camper auf uns zu (Stefan mit dem „kleinen“ weissen Auto)und gab uns eine kurze Hausordung:
Da wo wir stehen können wir nicht bleiben, dass ist die Zufahrt zum Strand. Morgens kommt ein Bäcker vorbei und alle paar Tage ein Laster mit Getränken und einer mit Lebensmitteln.
Anschliessend begrüssten wir Till und Amelie – und den kleinen Theo.
Till schlug uns ein paar gute Restaurants in der Nähe vor, und wir machten uns auf den Weg am Strand entlang zum „Arabian Nights“.
Dort gab es: Blue Cheese Steak!
Und ich muss sagen: HOLY COW VERY GOOD! 😉
Vollgefuttert wurden noch mehrere Cocktails getestet, einen Nachtisch natürlich (indischer Maulwurfkuchen) und einige Feni´s (indischer Cashew- bzw. Kokosnussschnaps).
Gegen 1 Uhr stolperten wir dann auf der Strasse zurück zu unserem Camp.
Morgen früh den Stellplatz besichtigen, umparken und das Vorzelt aufbauen!

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